Ausführlicher Marktkommentar zu den letzten Wochen

von Franz Brandtner am 19. August 2010 · 1 Kommentar

Kritische Wirtschafts- und Markteinschätzung führte zu Allzeithoch am 15. Mai 2010

Unsere kritische Markteinschätzung bewog uns in den vergangenen Monaten den Gold/Silberanteil inkl. Minen und später die Vermögensverwalter, die sich am Anfang der Griechenlandkrise bewährt hatten, stark zu erhöhen.

Dies führte dazu, dass der LogiInvest-Fonds Mitte Mai 2010 seit unserer Übernahme ein neues Allzeithoch markierte.

Der LogiInvest-Fonds erzielte die letzten 12 Monate ein Plus von 9,7%.

Arm sparen oder Schwankungen akzeptieren

Wie in unserem Leitfaden erläutert, akzeptieren wir Schwankungsbreiten zwischen 10% und 20%. Diese Größenordnung ist aufgrund von Erfahrungswerten notwendig, wenn man Renditen deutlich über Festgeld und vor allem über der tatsächlichen Teuerung der Lebenshaltungskosten erzielen will.

Gibt man sich mit einer niedrigeren Verzinsung zufrieden, auch wenn es Lockangebote von Banken in Höhe von 2,5% und mehr sind, verliert das eigene Vermögen von Jahr zu Jahr an Kaufkraft.

Man spart sich quasi arm, auch wenn einem das erst Jahre später bewußt wird.

Turbulente Märkte seit der Griechenland- bzw. Euro-Krise

An den Finanzmärkten ging es die letzten Monate sehr turbulent zu. Auch unsere drei größten Positionen haben darunter gelitten und sich entsprechend ausgewirkt.

Carmignac und HWB Entwickelung

Dazu gehörten 1. Carmignac (cpa = im Chart blau) und 2. HWB (hpp = im Chart orange), diese Vermögensverwalter hatten wir am stärksten mit jeweils um 16% gewichtet.

Beide hatten auf 5 Jahressicht zum Stichtag 31.12.2009 trotz Finanzkrise über 50% Zuwachs erzielt (roter Pfeil).

Obwohl Carmignac nicht von einer Währungsreform ausgeht (das kann er offiziell auch gar nicht, da er im Carmignac Patrimoine mindestens 50% immer in Anleihen halten muß und die lösen sich dann in Luft auf), haben wir ihn beigemischt, weil wir davon ausgehen, dass wir ihn rechtzeitig vor einem Worst Case komplett rausnehmen können.

Carmignac haben wir mittlerweile auf die Hälfte reduziert.

HWB hatten wir aber aufgrund des negativen Ergebnisses 2008 lange nicht im LogiInvest.

Erst durch das gewonnene Urteil gegen den argentinischen Staat und da er sich im Januar 2010 (siehe nächster Chart) bewährt hatte (und zuvor auch schon 2004 bis 2007) hatten wir ihn Anfang Februar wieder reingenommen.

Carmignac und HWB Entwickelung

Durch die erneute negative Entwicklung im Mai und Juni, haben wir beschlossen, ihn wieder zu veräußern. Durch das Argentinienurteil besteht  laut HWB ein Steigerungspotential in der Größenordnung von 10% oder mehr. Aber das Minus davor und die für uns schwere Kalkulierbarkeit der Entwicklung haben uns zum Verkauf bewogen.

Stark schwankende Edelmetallpreise und ein wieder steigender Euro

Carmignac und HWB Entwickelung

Wir hatten dies lange durch unsere anderen Positionen gut abfedern können.

Vor allem unsere dritte große Position Gold/Silber und Goldminen waren in den ersten Monaten 2009, als die Aktienmärkte noch über 20% gefallen sind, ein sicherer Hafen. Auch zu Beginn der Griechenlandkrise bis Mitte Mai 2010 erfüllten Sie diesen Zweck sehr gut:

Carmignac und HWB Entwickelung

Aus diesen Überlegungen heraus haben wir während der Griechenlandkrise den Anteil auf ca. 20% erhöht.

Gold nicht immer der sichere Hafen

Carmignac und HWB Entwickelung

Durch manche Marktteilnehmer (Wer das auch immer ist?!, siehe Video) verlor Gold an einem Tag ca. 4%, dazu kam eine Dollarabwertung am gleichen Tag von ca. 2 %, das ergab in Summe 6% an einem Tag nur für diese Werte. Ähnlich war es auch Mitte Mai 2010 und Mitte Juli 2010, siehe rote Pfeile.

 

Carmignac und HWB Entwickelung

Die Auswirkungen auf den LogiInvest-Fonds kann man im nächsten Chart gut erkennen.

Aktuelle Markteinschätzung

Derzeit haben wir den Fonds sehr neutral ausgerichtet, da wir die Wirtschaftserholung in USA als sehr kritisch sehen und auch die Sommermonate und danach speziell der Oktober historisch gesehen überwiegend negativ ausfallen.

Dadurch ergibt sich folgende Fondszusammensetzung:

  • 30% Mischfonds (Vermögensverwalter)
  • 35% Anleihen (Staats- und Unternehmensanleihen)
  • 7% Aktien (3% Deutschland, 4% Schwellenländer)
  • 4% Gold/Silber physisch
  • 23% Cash

Der physische Gold/Silber-Anteil beträgt aktuell inkl. Anteil in einem Vermögensverwalterfonds 4,6%. Das ist eine strategische Höhe aufgrund unseres Notfallplanes.

Entwicklung der letzten 12 Monate entspricht dem Zielbereich

Im August hatten wir bis zum 19.8. einen Zuwachs von 1,15%.
Aktuell liegen wir die letzten 12 Monate bei einem Plus von 9,7%.

Hilft Ihnen dieser Beitrag zum Verstehen der Entwicklung? Ist sie ausreichend und verständlich? Wir freuen uns über Ihren Kommentar.

Selbstverständlich stehen wir Ihnen bei weiteren Fragen gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Franz Brandtner und Günter Frey

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1 Arnold K. 30. August 2010 um 11:47

Hallo Franz,
guter Artikel, äußerst verständlich und nachvollziehbar. Gefällt mir sehr gut.
Schönen Gruß
Arnold

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